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Der lange Weg von der Idee bis zur fertigen Kerze

 

 

Der lange Weg von der Idee bis zur fertigen Kerze

 

Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie viel Arbeit in einer Kerze mit aus Wachs gegossenen Elementen steckt? Angefangen von der hl. Geist Taube auf der Taufkerze über das Taubenpaar, dass möglicherweise auf Ihrer Hochzeitskerze montiert ist bis hin zu Schutzengel, Lebensbaum und Arche Noah. Wahrscheinlich nicht. Lassen Sie uns deshalb heute dieses Thema etwas veranschaulichen. Warum gerade jetzt fragen Sie vielleicht. Aus zwei aktuellen Gründen.

1. Wir bekommen laufen Anfragen von Leuten und "Designern", die Taufkerzen oder Hochzeitskerzen selbst gestalten wollen, denen aber dieses oder jenes auf unseren Kerzen so gut gefällt, dass sie es unbedingt haben wollen wie unlängst eine nette Dame am Telefon, die für Ihre Tochter, die ihre Hochzeitskerze selbst verzieren will und die an einem See wohne, unbedingt die Schwäne von unserer Hochzeitskerze haben möchte. Aus diesem Grund sei hier und heute nochmals alle jenen gesagt: Vergessen Sie es! Vielleicht verstehen Sie nach diesem Blog-Eintrag, warum wir in dieser Angelegenheit so unnachgiebig sind und uns, sei die dazugehörige Geschichte auch noch so plausibel und lieb gemeint, nicht erweichen lassen.

2. Auch wir waren während des Corona Lockdowns zum nett formuliert, stressfreien Arbeiten, verdammt. Dies aber gab uns die Möglichkeit, ungestört an Neuheiten zu denken, Ideen zu entwickeln und...letztendlich auch umzusetzen. Der Baum, ein eigentlich bei Kommunionkerzen publik gewordenes Symbol für das verwurzelt sein im Glauben, fand auch bei Taufkerzen und später auch bei Hochzeitskerzen seine Verwendung. Nun haben wir schon einige Bäume auf Kommunionkerzen und Taufkerzen, jedoch noch keinen für Hochzeitskerzen. Damit war die Frage nach der Größe des zu modellierenden Baumes schon zum Teil beantwortet. Es galt, ein optisch ansprechendes Verhältnis von Kerzenumfang (an dieser Stelle an alle Mittarbeiter der Agentur für Arbeit welche meinen, das zeichnen und malen die einzigen Voraussetzungen für einen Ausbildungsplatz im Wachsbildner-Handwerksind, ganz herzliche Grüße  :)) und Kerzenhöhe zu finden. Schließlich soll das Motiv nicht über den Blickwinkel hinaus gehen.

Ein Baum für eine Kerze mit einem Durchmesser von 80 mm sollte es also sein. Wissen Sie, was das "Gefährlichste" bei künstlerisch sehr begabten, erstklassigen Wachsbildnerinen ist? Die Liebe zum Detail. Es ist genau diese Liebe zum Beruf, die unsere Hochzeitskerzen so einzigartig macht, bis aber eine Kerze in Produktion geht, glauben Sie zeitweise nicht mehr an den Erfolg dieses Unterfangens. Einen schnöden Baum aus Wachsplatte geschnitten, so etwas kam für uns natürlich nicht in Frage also wurde skizziert, radiert und wieder skizziert und gemalt bis auf dem Papier ein schöner alter, knorriger Baum abgebildet war. Sie haben richtig gelesen...auf dem Papier. Erst jetzt ging es ans modellieren. Beim Modellieren wir mit ganz feinen Schabern und anderem Werkzeug aus dicken Wachsplatten das Motiv, in diesem Fall der Baum herausgearbeitet. In sich verwunden und knorrig alt sollte er aussehen unser Baum, alt und beständig, allen Widrigkeiten trotzend. Wir wünschen schließlich all unseren Kunden, dass Sie glücklich und in Liebe vereint bis...naja, dass der Tod sie scheidet. 

Viele Stunden vergehen. Ich gehöre ja eher zu der Sorte Mensch, die lieber einen Festmeter Holz schneidet, als aus einem Stück Wachs von gerade einmal 15 x 10 cm in filigraner Feinarbeit einen Baum zu modellieren. Was bin ich froh um unsere Mädels. Natürlich braucht man auch etwas Abwechslung. Es ist schier unmöglich, so etwas wie diesen Baum in einem Stück zu modellieren. 

Die Rohform ist erkennbar also ist es Zeit für die erste Zwischenbilanz im Team. Wem gefällt was und wer stört sich an diesem oder jenen, welche Idee ist wohl die Beste und lässt sich auch umsetzen. Welche farbliche Gestaltung soll der Baum später einmal haben. Ja, Sie haben richtig gelesen. Bereits in diesem, immer noch frühen Stadium muss die Bemalung berücksichtigt werden, z.B. bei der Blattform, Konkav oder Konvex, schließlich soll die nasse Farbe ja später nicht in den Blättern "stehen". Sieht der Baum alt genug aus? Versinnbildlicht er die Dauerhaftigkeit und Standfestigkeit, die wir mit ihm zum Ausdruck bringen wollen? Das letzte Wort hat die Chefin, die sich natürlich rege an der Diskussion beteiligt und immer offen ist für Argumente, aber einer muss ja die Richtung vorgeben und das ist in diesem Fall die erfahrenste im Team, Wachsbildner-Meisterin Elisabeth Kraus. 

Diese Zeremonie wiederholt sich noch einige Male, schließlich sind wir Perfektionisten und wenn wir uns schon so viel Arbeit mit einem Motiv machen, dann soll es auch zu 100 % unseren Ansprüchen genügen. Wie gesagt, einen Baum aus einer Wachsplatte ausschneiden wäre deutlich einfacher. Endlich ist es vollbracht! Das Modell ist fertig und kann abgeformt werden. Eine Form aus Gips oder Silikon eignet sich hierfür besonders gut. Der Formenbau, übrigens auch Bestandteil der Ausbildung, ist ein Zwischenschritt, damit man später den Baum reproduzieren kann, quasi seinen eigenen Wald aus Wachs-Bäumen gießt. Sorry, Spässle gmacht. 

Jetzt werden Bäume gegossen, bemalt, begutachtet, Ideen geboren und verworfen, Bäume auf Kerzen montiert. Neue Ideen werden in den Raum gestellt. Verwenden wir diesen wunderschönen Baum ausschließlich für grüne Hochzeiten, also für unsere Hochzeitskerzen oder assoziiert man mit diesem standhaften Baum auch die Beständigkeit einer Ehe, die vor 25, 50 oder 60 Jahren geschlossen wurde. Diesen Gedanken werden wir möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt weiterverfolgen. Auf den Bildern zu diesem Blog sehen Sie einige Entwicklungs-Schritte hin zum fertigen Baum.

Im nächsten Blog-Eintrag wir es um das mit schwierigste gehen, was Wachsbildnerinnen modellieren sollen, können, also können sollen aber die wenigsten wirklich beherrschen. Lassen Sie sich überraschen.

©Wachs - Kraus 

 

 

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